Post-Merger-Integration vorbereiten: Besser jetzt als nie und auf keinen Fall zu spät!

Sie wollen die Post-Merger-Integration vorbereiten? Hier erfahren Sie, worauf Sie dabei achten müssen. Tipps von Expertin Judith Geiß.

Post-Merger-Integration vorbereiten

Vorsorgen ist besser als heilen – je früher Sie mit der Vorbereitung einer US-amerikanischen Übernahme beginnen, desto erfolgreicher kann die „Ehe“ der beiden Unternehmen verlaufen. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie die Post-Merger-Integration vorbereiten? Hier erfahren Sie es!

Bevor wir direkt ins Thema starten, möchte ich mit Ihnen einen Blick auf die Grundlagen werfen. Was bedeutet Post-Merger-Integration? Bei der Google-Suche nach „Post-Merger-Integration Definition“ stoßen Sie auf einen Wikipedia-Eintrag, der sinngemäß Folgendes besagt: „Die Post-Merger-Integration ist die Phase nach einer rechtlichen Zusammenlegung von mindestens zwei Unternehmen. Dabei werden Prozesse und Strukturen vereinheitlicht und Geschäftsbereiche organisatorisch zusammengelegt.“

So viel zur Theorie, doch was bedeutet das konkret in der Praxis? Jede Menge Veränderung, kulturelle Unterschiede, neue Routinen und ein enormer Kommunikationsbedarf. Sowohl auf der Ebene der Geschäftsführung und Führungskräfte, als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Glauben Sie mir, dabei spreche ich aus Erfahrung, denn ich war selbst als Mitarbeiterin von einer US-amerikanischen Übernahme betroffen. Außerdem baue ich seit Jahren Brücken zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen, die in eine gemeinsame Zukunft gehen.

Tipp: Sie stehen vor einer US-amerikanischen Übernahme oder mittendrin? Ich begleite Ihr Unternehmen gerne dabei. Vereinbaren Sie jetzt ein unverbindliches Erstgespräch mit mir.

Post-Merger-Integration oder Assimilation?

Wenn zwei Unternehmen sich zusammenschließen, wird dieser Prozess oft als „Ehe“ bezeichnet. Wir denken also im modernen Sinn an zwei gleichberechtigte Partner, die einander wertschätzen und respektieren. Leider ist das in der Realität nicht immer der Fall. Stattdessen folgt die Akquisition oft den Gesetzmäßigkeiten einer traditionellen (oder soll ich sagen „vorsteinzeitlichen“?) Vermählung.

Die Kultur und Besonderheiten des kleineren oder weniger erfolgreichen Unternehmens werden durch die des „stärkeren“ Gegenparts ersetzt. Das bringt weitreichende Veränderungen für das Unternehmen mit sich, das übernommen wird – Ängste und Unsicherheiten inklusive.

An dieser Stelle möchte ich festhalten: Wirkliche Post-Merger-INTEGRATION ist bei dieser Vorgehensweise unmöglich. Stattdessen gleicht dieser Prozess eher einer Assimilation.

Die gute Nachricht lautet: Sie können das verhindern, indem Sie nicht passiv die Entwicklungen abwarten, die Ihnen bevorsteht, sondern sich aktiv vom ersten Tag an einbringen und die Übernahme mitgestalten.

Post-Merger Integration vorbereiten – 5 hilfreiche Praxistipps

Wenn meine Kunden mich fragen, was sie ab Bekanntwerden der US-amerikanischen Übernahme sofort tun können, um die Post-Merger-Integration vorzubereiten, lautet meine Antwort: JEDE MENGE und zwar je eher, desto besser. Auch Ihnen möchte ich ans Herz legen, diesen Rat zu befolgen. Was Sie konkret tun können? Hier kommen fünf erprobte Praxistipps für Sie!

Vorbereitung ist das halbe Leben

Definieren Sie so früh wie möglich das Szenario, das Ihr Unternehmen nach dem Kauf bzw. der Übernahme erwartet. Gehen Sie proaktiv auf den Käufer zu und klären Sie die Erwartungen. Welche Fähigkeiten, Tools, Prozesse etc. werden nach dem Tag X erforderlich sein, damit die Post-Merger-Integration gelingt.

Skills des Teams klären

So banal es klingt: Eine der größten Hürden, die ich nach der US-amerikanischen Übernahme beobachte, ist die Sprachbarriere. Ihr deutschsprachiges Team tut sich schlichtweg schwer, sich mit den neuen amerikanischen Kollegen auszutauschen. Bieten Sie also Sprachkurse an und sorgen Sie auch dafür, dass andere notwendige Kompetenzen rechtzeitig im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten erlernt werden können. Dazu gehört beispielsweise auch, dass sich Fachkräfte, die quasi über Nacht zu Führungskräften werden, entsprechende Führungskompetenzen aneignen können.

Mein Tipp: Im Rahmen meines Übernahme-Mentorings unterstütze ich Teams und Führungskräfte dabei, sich in ihren neuen Rollen zurechtzufinden.

Machen Sie Ihr Unternehmen unabhängig

Wenn Sie als Eigentümer nicht da sind, geht in Ihrem Unternehmen gar nichts? Das ist eine miserable Ausgangsposition für eine US-amerikanische Übernahme. Denn spätestens, wenn sie vollzogen ist, muss Ihr Betrieb auch ohne Ihr Zutun laufen. Stellen Sie also sicher, dass relevante Vorgänge in Ihrem Unternehmen auch ohne Sie funktionieren, indem Sie Ihren Führungskräften entsprechende Entscheidungskompetenzen zusprechen. Von der Rechnungsfreigabe bis zu Vertragsverhandlungen – Sie müssen sich Schritt für Schritt herausnehmen.

Auch wenn Ihnen das anfangs vielleicht schwer fällt, es zahlt sich in jedem Fall aus und kann sich als gutes Verkaufsargument entpuppen: Denn der neue Eigentümer will später auf funktionierende Prozesse und Strukturen zugreifen, statt selbst von null auf neue aufbauen zu müssen.

Dokumentieren Sie Prozesse

Dieser Tipp ist ein absolutes Must-have und erleichtert die Post-Merger-Integration wesentlich. Was passiert, wenn durch die Übernahme eine Abteilung wegfällt oder Aufgaben neu verteilt werden? Im Idealfall nichts, weil die Aufgaben und Prozesse gut dokumentiert sind und schnell weitergegeben werden können!

Identifizieren Sie Schwachstellen im System

Jedes Unternehmen hat sie: Schwachstellen im System. Das sind etwa Prozesse, die nicht rund laufen oder Abläufe, die holprig vonstattengehen und dadurch Zeit und Geld kosten. Seien wir uns ehrlich: Diese Schwachstellen werden im Alltag gerne unter den Teppich gekehrt. Denn es geht ja auch mit ihnen, weil alle irgendwie wissen, was zu tun ist.

Doch wehe, wenn „alle” plötzlich nicht mehr da oder mit anderen Aufgaben betraut sind, wie das bei einem Unternehmensverkauf passieren kann.

Spätestens bei der Post-Merger-Integration kommen die Schwachstellen ans Licht und können sehr viel Sand im Getriebe der neuen Zusammenarbeit bedeuten. Daher mein eindeutiger Rat an Sie: Optimieren Sie Ihre Prozesse, Abläufe und Organisationsstruktur so frühzeitig wie möglich.

Spielregeln für die Übergangszeit

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch einige Spielregeln für die Übergangszeit mit auf den Weg geben, die sich im Post-Merger-Alltag sehr bewährt haben – gerade, wenn Sie als Führungskraft oder auf Geschäftsführungsebene einer „heißen“ Übernahme-Phase entgegenblicken:

1) Legen Sie von Anfang an klare Spielregeln fest:

  • Wann sind Sie für Meetings und Fragen erreichbar?
  •  Welche Ansprechpartner sind wofür zuständig?
  • Wann und in welchem Rahmen sollen die Abteilungen einander kennenlernen?

2) Setzen Sie Grenzen:

Nicht alles fällt in Ihren Zuständigkeitsbereich, Sie dürfen und sollen auch Nein sagen. Und falls Sie zweifeln: Sie müssen auch nicht 24/7 verfügbar sein, denn das geht auf Kosten Ihrer Energie und führt früher oder später dazu, dass Sie ausbrennen.

3) Beweisen Sie Flexibilität:

Bei aller Vorbereitung und Planung ist eines klar: In der Post-Merger-Integration kann es ständig zu Planänderungen kommen. Seien Sie sich darüber bewusst und versuchen Sie so gelassen wie möglich damit umzugehen. Wenn Sie sich dafür Unterstützung wünschen, bin ich mit meinem Beratungsangebot jederzeit an Ihrer Seite.

„Es ist gut, einen flexiblen Plan zu haben. Denn wenn mir klar ist, dass der Plan nicht in Stein gemeißelt ist, bin ich in der Lage, entspannter mit unvorhergesehenen Ereignissen umzugehen.“

Judith Geiß

Post-Merger-Integration vorbereiten – mein Fazit

Der Moment, ab dem ein Verkauf des eigenen Unternehmens geplant wird, ist exakt jener Zeitpunkt, an dem Geschäftsführung und Führungskräfte aktiv werden sollten. Es gilt schon jetzt, die Post-Merger-Integration professionell wie möglich vorzubereiten.

Dabei sollten Sie neben einer transparenten One-Voice-Policy gegenüber internen und externen Zielgruppen vor allem auch die Anforderungen im Blick haben, die nach der Übernahme an Ihr Team gestellt werden.

Fragen Sie sich, was bereits jetzt, noch vor den ersten Vertragsverhandlungen, getan werden kann, um den Übergang später so gut wie möglich zu gestalten.

So stehen die Chancen gut, dass aus den zarten Banden der eben erst geschlossenen Ehe bald eine stabile, faire und wertschätzende Beziehung werden kann.

 


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