Judith Geiß und Natalie Berlemann im Gespräch: Was bedeutet Karriere machen in 2022 und nach einer US-amerikanischen Übernahme

 

 

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Inhalt / Links zu dieser Episode:

Natalie Berlemann ist internationale Betriebswirtin, systemischer Coach und Beraterin. Im Rahmen ihres Programms „The Leap“ begleitet sie Menschen, die sich beruflich verändern wollen. In der heutigen Episode spricht sie mit Judith Geiß über das große Thema Karriere. Gemeinsam gehen sie Fragen auf den Grund wie etwa: wie definiert man eigentlich Karriere? Macht eine klassische Karriere in der heutigen Zeit überhaupt noch Sinn? Wie finde ich den für mich passenden Karriereweg? Seien Sie gespannt auf ein überaus spannendes und inspirierendes Gespräch!

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Herzliche Grüße und bis bald,

Ihre Judith Geiß


Transkript der Podcast-Folge:

Speaker1: [00:00:00] Übernahme als Chance. Der Podcast von und mit Judith Geiß. Sie und Ihr Unternehmen sind von einer Übernahme betroffen? Dann sind Sie hier genau richtig. Judith Geiß, die Expertin für US-amerikanische Übernahmen im deutschsprachigen Raum, teilt mit Ihnen wertvolle Tipps und Tricks und zeigt Ihnen, wie Sie diese Veränderung für sich und Ihr Unternehmen nutzen können. Ganz nach dem Motto: take the chance.

Judith Geiß: [00:00:25] Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Episode des Übername als Chance-Podcasts. Heute habe ich wieder einen Gast eingeladen, und zwar Natalie Berlemann. Natalie begleitet Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich beruflich verändern wollen. Daher haben wir uns gedacht, gerade zu Beginn 2022 ist es wichtig, dass wir uns noch mal um das Thema „Karriere machen” unterhalten und dabei auch, ob es Sinn oder Unsinn ist, was man da so vielleicht für sich als Karriere empfunden hat und was vielleicht sogar die ganze Corona-Pandemie mit der ursprünglichen Vorstellung der Karriere, mit dem, was man anstrebt, gemacht hat. Aber zunächst einmal herzlich willkommen Natalie,

Natalie Berlemann: [00:01:03] Vielen Dank für die Einladung Judith. Ich freue mich, dass wir heute über das Thema sprechen können.

Judith Geiß: [00:01:07] Ja, das ist für dich ja ein Herzensthema, würde ich jetzt mal sagen. Es begleitet dich immer wieder. Und gerade im Vorgespräch hast du auch gesagt, mit Sicherheit haben wir schon öfters darüber gesprochen, was wir jetzt auch im Podcast hören werden. Aber letztendlich, unsere Zuhörer waren ja da bisher nicht dabei. Deshalb ja, ich habe es schon mal angedeutet: Karriere machen. Gibt es nur eine Karriere? Oder wer definiert Karriere? Magst du vielleicht da ein bisschen deine Sicht und auch deine Erfahrungen mit deinen Kunden ein bisschen uns berichten?

 

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Karriere bei uns und in den USA – zwei Sichtweisen

Natalie Berlemann: [00:01:35] Ja, das mache ich. Also absolut. Also dieses Karriere machen, da hat jeder irgendwie ein Bild im Kopf. Mein Bild und das Bild, was mit Sicherheit auch viele Leute in Deutschland haben, ist, Karriere machen bedeutet in einem Unternehmen aufsteigen, im besten Fall bis an die Spitze und eine Führungsverantwortung haben. In anderssprachigen Ländern, zum Beispiel Amerika, ist ja eine Career was ganz anderes. Das kann auch einfach die ganz normale Laufbahn sein oder das, was man beruflich tut. Aber so wie ich aufgewachsen bin, wenn man dann gesagt hat, ja, der, der hat ja ordentlich Karriere gemacht, vor allen Dingen DER, dann war damit gemeint, der hat viel Geld verdient, ist eben im Unternehmen aufgestiegen, hatte viel Verantwortung und Status, Macht, diese Sachen. Und das sehe ich auch noch bei vielen Leuten, dass sie das so im Kopf haben, und vor allen Dingen auch, dass diese Karriere machen auch immer noch so das angestrebte Ziel ist. Also dass man es dann geschafft hat, dass das irgendwas ist, was man anstreben sollte, weil man dann erfolgreich auch ist in seiner beruflichen Laufbahn. Also Karriere machen ist auch gleich oft erfolgreich.

Judith Geiß: [00:02:42] Wobei, wenn es dann erfolgreich ist, heißt es dann auch glücklich? Was ist da deine Erfahrung mit deinen Kunden, Kundinnen? Ist jemand, der Karriere gemacht hat, nach dem allgemeingültigen Weg sozusagen, ist der wirklich glücklicher?

Natalie Berlemann: [00:02:54] Also natürlich gibt es Leute, für die das so ist. Aber ich kenne eben auch viele, die gemerkt haben, nachdem sie an einen gewissen Punkt gekommen sind in ihrer Karriere, also eine gewisse Position erreicht haben, dass sie dann eben doch nicht glücklich waren und sich dachten, warum wollte ich das eigentlich immer? Sich so fragen, warum war das die ganze Zeit mein Ziel? Jetzt ist das gar nicht mehr mein Ziel, oder es ist doch anders, als ich es mir vorgestellt habe aus den verschiedensten Gründen, und die dann wieder anfangen, ihren Weg zu reflektieren, rückwärts, und dann aber auch zu überlegen, wie soll es dann jetzt zum Beispiel in der Zukunft für mich weitergehen.

Stimmt die Gleichung: Karriere = Erfolg und Glücklichsein?

Judith Geiß: [00:03:28] Ich denke es sind halt auch gerade, nenne ich jetzt mal, die Veränderungen, die durchaus natürlich auch im privaten Bereich auftauchen, die dann auch dazu führen, dass der beruflich vielleicht ursprünglich angestrebte Weg gar nicht mehr das ist, was man sich vielleicht auch wünscht. Oder die Führungskraft, also ein Beispiel ist, ich hatte jemanden beim Kunden, die wollte unbedingt Führungskraft werden und hatte dabei halt übersehen, dass eine Führungskraft führt. Und sie liebte aber das Operative. Das heißt, sie hat mehr oder weniger als Führungskraft ihren Mitarbeitern, ja, nenne ich es jetzt mal sehr direkt, rein gepfuscht, weil sie immer noch diese Fachexperten-Brille hatte. Ich gehe davon aus, das kennst du auch von dem Austausch.

Natalie Berlemann: [00:04:07] Ja, definitiv. Also das ist im Grunde genommen wahrscheinlich so der Mythos. Man denkt, Karriere machen bedeutet eben, dass dann alles gut ist, dass man erfolgreich ist, dass man glücklich ist. Aber es bedeutet eben auch wahnsinnig viel Verantwortung. Verantwortung seinen Entscheidungen gegenüber, Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber. Also es bedeutet eben auch Führungsqualitäten, und das kommt nicht einfach so. Also das heißt, wenn man wirklich anstrebt, diese klassische Unternehmens-Karriere zu machen, dann sollte man sich dringend auch mit dem Thema Führung, Leadership auseinandersetzen und sich auch im Klaren sein, dass das vielleicht auch nicht das Feld ist, in dem man am liebsten arbeitet.

Wie du jetzt gesagt hast, die Frau hat eigentlich gerne operativ gearbeitet, das ist ja toll. Also sie hat gerne mitgemacht. Sie hat vielleicht gerne die Ergebnisse ihrer Arbeit gesehen und dieses Mitarbeiter führen, also nur jemanden anleiten, möglicherweise jemandem Feedback geben, das war vielleicht gar nicht ihr Ding. Und wenn das jedem so von vornherein bewusst wäre, was eben eine Führungsrolle und eine Karriere bedeutet, würde sich der eine oder andere möglicherweise anders entscheiden. Aber wir stellen das halt oft, finde ich, heute noch so dar, wie ich eingangs gesagt habe, dass das so das Ding ist, was man anstreben sollte, damit man glücklich und erfolgreich wird.

Karriere anders gedacht – Experten und Stabsstellen

Natalie Berlemann: [00:05:22] Dabei gibt es noch ganz andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine Experten-Position, dass man gar kein Team hat, sondern man ist der Experte in dem Unternehmen für ein Thema. Man kann da sehr, sehr tief einsteigen und wird dann eben immer gefragt, wenn eben so eine Expertenmeinung da gefragt ist. Oder es gibt zum Beispiel einfach Stabsstellen, also die zu einer Person berichten, wo auch irgendwie kein Team unten drunter ist. Und bei all dem gibt es natürlich auch noch alles, was außerhalb eines Unternehmens stattfindet. Also, ich hatte das sehr stark in meinem Kopf und sehe das auch bei vielen Leuten, dass nach dem Studium oder nach der Ausbildung geht man davon aus, man steigt eben in ein Unternehmen ein und sieht gar nicht die Möglichkeiten, die es links und rechts noch gibt. Also wie zum Beispiel eben die Selbstständigkeit. Also bei ganz vielen in meinem Umfeld war der erste Weg erstmal der Einstieg in ein Unternehmen und damit dann eben auch verbunden der Wunsch, dort aufzusteigen. Und dann wird eben schon nicht mehr links und rechts geguckt, weil das irgendwie so der vorgefertigte Weg ist.

Judith Geiß: [00:06:24] Es ist definitiv so, dass man es einfach nicht hinterfragt. Man macht es halt einfach, weil man es macht, weil der Nachbar gesagt hat, hey, du bist jetzt drei Jahre im Unternehmen und immer noch keine Führungskraft? Also es gibt ja dann viel auch von außen, was da auf einen einprasselt. Und ich will da keinem unterstellen, dass er wegen dem Nachbar einfach nur Führungskraft werden will. Aber wo man dann auch ins Grübeln gerät und sagt, ja, eigentlich müsste ich jetzt ein paar Schritte gehen.

Die andere Sache ist natürlich, ich sage es jetzt mal sehr vereinfacht, die Luft oben ist dünner. Da gab es bei uns immer so einen Spruch, wenn jeder Karriere machen will, wer arbeitet denn dann noch? Ja, weil die Karriere geht, so wie du sagst, sehr oft nach oben, aber nicht in die Breite oder dann in die Spezialisten-Rolle. Und da wird halt die Luft dünn. Aber der Spezialist für, keine Ahnung, ich nehme jetzt ein Buchhaltungs-Thema, was auch sonst IFRS oder für US-GAAP, da gibt es jetzt vielleicht nicht noch fünf andere im Unternehmen, die auch diese Voraussetzungen dafür hätten. Oder aber der Spezialist, der, der jetzt die ganze Zeit in der Spezialistenrolle sagt, okay, und jetzt will ich dieses Wissen nutzen, um mich selbstständig zu machen, um in meiner Art meine Leben anders vielleicht zu führen, um freier zu sein, um mehr wirken zu können. Und das andere Thema, Du sagtest das noch mal, Stabsstelle. Da musste ich jetzt ein bisschen schmunzeln, weil eines meiner letzten Projekte, da war ich angehängt, quasi als Stabsstelle, das hatte ich so in dem Fall auch noch nicht. Das ist natürlich auch mit Vor- und Nachteilen verbunden, wie alles. Also dieses verheißungsvolle Karriere ist gleich positiv, finde ich ein bisschen schwierig.

Natalie Berlemann: [00:07:51] Das absolut. Also die Stabsstelle zum Beispiel, wenn man merkt für sich, man möchte eigentlich gerne zum Beispiel anderen Leuten sagen, wie sie irgendwas zu tun haben. Und dann ist man aber in der Position, wo das nicht geht, dann kann da auch wieder ein Störgefühl entstehen. Also im Großen und Ganzen geht es ja darum, für sich herauszufinden, was ist eigentlich für mich passend, was ist mein Weg? Sagen wir mal, für eben das neue Jahr. Was nehme ich mir im neuen Jahr vor? Wie soll es eigentlich für mich weitergehen, jetzt, wo ich vielleicht an dem Punkt bin zu sagen, in der aktuellen Situation fühle ich mich nicht so ganz wohl oder nicht mehr wohl. Oder zumindest: Ich fühle mich vielleicht wohl, aber es könnte noch besser sein. Was liegt mir denn wirklich? Wo kann ich denn den meisten Impact haben? Oder was könnte mich dann zufriedener machen?

Und das gilt ja dann auch nicht nur für so ein neues Jahr, wo man ja oft denkt, jetzt ist irgendwie so die guten Vorsätze und Aufbruchsstimmung. Und jetzt dieses Jahr mache ich noch mal alles ein bisschen besser und anders. Sondern es gilt ja auch noch weiter in die Zukunft gerichtet, also in die nächsten, vielleicht drei oder fünf Jahre. Man muss natürlich nicht wissen, was man in zwanzig Jahren macht. Da wird sich noch viel verändern. Aber so mal die nächsten drei Jahre im Blick zu haben, lohnt sich ja dann schon, um dann eben auch besser für sich und eben für die Familie zum Beispiel, du hast es mit Corona angesprochen, planen zu können. Was ist denn der Weg, den ich gehen möchte und den ich vielleicht auch mit meiner Familie gehen möchte? Und sich da ein bisschen frei zu machen von vielleicht alten oder sagen wir mal, traditionellen Verständnissen von Karriere, traditionellen Verständnissen von Erfolg. Das kann dann schon wichtig sein, um den Blick frei zu machen und noch mal neu zu entscheiden.

Karriere als Teil der Lebensplanung

Judith Geiß: [00:09:27] Das geht ja dann sogar noch weiter, finde ich. Also dieses auch, Karriere machen kann man nicht in Teilzeit zum Beispiel. Das muss Vollzeit sein. Oder Doppelspitzen funktionieren nicht, zum Beispiel. Oder man muss immer präsent sein. Wir haben durch Corona gemerkt, das ist doch ein bisschen anders. Aber auch da: Was ist mein Wunsch in Zukunft? Wie will ich arbeiten, wie sieht meine Arbeitswelt aus? Also, ist es nach wie vor Nine to Five, irgendwo hinfahren und im Stau stehen und wieder zurückfahren und wieder im Stau stehen? Oder ist es mir wichtig, dass mein Arbeitgeber eine gewisse Flexibilisierung hat. Dass die Dinge, die während Corona zum Beispiel, jetzt gut geklappt haben, dass die weiter aufrechterhalten bleiben. Also was passt letztendlich neben der Karriere einfach in meine gesamte Lebensplanung besser rein? Und ich kenne einige Skeptiker des Home Office, die es jetzt lieben.

Natalie Berlemann: [00:10:15] Ja, also absolut, was du ja ansprichst ist zum einen dieses: Wie sieht meine Laufbahn aus? Aber dazu gehört ja auch, wie sieht eben mein Leben rundherum aus? Und wenn man so eine Entscheidung trifft, wie möchte ich in Zukunft arbeiten? Wie möchte ich nächstes Jahr arbeiten oder auch in den nächsten drei Jahren? Da kann man sich ja auch überlegen, hinter welchem Unternehmen möchte ich denn stehen oder möchte ich, wie gesagt, mein eigenes gründen? Wie möchte ich dann zur Arbeit kommen? Möchte ich da jetzt lieber mit dem Fahrrad hinfahren? Oder ist es für mich okay, jeden Tag eine Stunde zu pendeln? Arbeite ich gerne in Teams und habe die um mich gerne drum herum? Oder arbeite ich gerne in so Großraumbüros, weil ich diesen Vibe und den Trubel brauche? Oder bin ich vielleicht jemand, der sich besser in Ruhe konzentrieren kann und dem dann eben so ein Home Office sehr, sehr gut tut, wenn er sich dann vielleicht zu Hause ein eigenes Räumchen einrichten kann. Also da sollte man wirklich so verschiedene Parameter für sich haben, an denen man dann festmacht, welchen beruflichen Weg schlägt man denn ein?

Also, es geht nicht nur um: Was tue ich und wie erfolgreich bin ich, sondern wie gehe ich dann vor? Wie komme ich zur Arbeit? Wie arbeite ich zu Hause? Wann kann ich mich am besten konzentrieren, wann bin ich am produktivsten? Woraus ziehe ich dann auch meine Energie? Also, ich bin zum Beispiel jemand, ich arbeite schon gerne alleine, also in Ruhe, sagen wir es mal so, aber ab und zu brauche ich dann auch die Impulse von anderen Menschen. Ich sage immer, ich brauche so den Vibe von anderen Menschen. Aber wenn ich den dann genossen habe, dann ist auch schon wieder gut. Da brauche ich auch schon wieder die Zeit für mich. Und dadurch ist zum Beispiel für mich so eine Selbstständigkeit, wo ich mich halt sehr stark selbst organisieren kann, besser geeignet als der normale Unternehmens-Alltag, weil ich eben meine produktiven Zeiten so setzen kann, wie sie für mich passen. Ich kann mich mit Menschen austauschen, wenn ich irgendwie es brauche, und kann mich auch wieder zurückziehen, wenn ich es eben brauche.

Neuer Arbeitsalltag nach einer US-amerikanischen Übernahme

Judith Geiß: [00:12:04] Ja, definitiv. Also ich überlege gerade, vor einem Jahr war ich in einem Projekt, wo ich wirklich komplett abhängig war von USA, da ich quasi die Position EMEA innehatte. Das heißt, ich konnte ja bei allen Dingen, die man zwar selber weiß, konnte ich mich dem nicht ganz verwehren. Und dann ging es halt erst, sage ich jetzt mal, um halb zwei los mittags. Und ich habe dann auch gemerkt, dass das auf eine gewisse Zeit wirklich für mich auch gut ist. Aber jetzt, während ich jetzt aktuell im Projekt bin, wo ich das nicht mehr ganz so muss, dann mag ich schon später wie früher, aber nicht ganz so spät.

Und ich glaube, das ist ja auch das, also gerade bei einer Übernahme, wie verändert sich das? Liegt das wirklich an den Amerikanern oder liegt mir das nicht, dass ich bis abends in die Puppen irgendwie im Büro sein muss, weil ich irgendwelche Termine habe. Will ich meine Kinder noch wach sehen? Oder will ich sie nur noch am Wochenende sehen? Um es mal sehr deutlich zu sagen, was da einfach auch die Führungskräfte mir dann sagen: Ich sehe meine Kinder nicht mehr, ich sehe meine Frau nicht und vom Fitnessstudio möchte man dann erst gar nicht mehr sprechen, weil im Zweifel hat es dann natürlich, wenn man dann heim kommt, zu oder man hat selbst den inneren Schweinehund, der das Ganze nicht mehr, ja einfach nicht mehr so möglich macht. Und das bringt dann natürlich Unzufriedenheit. Aber durch das Gespräch mit dir haben wir ja jemanden sozusagen, wo sich jetzt unsere Zuhörer und Zuhörerinnen ja gegebenenfalls wenden können. Also vielleicht magst du mal erzählen, wie Interessierte einfach auf dich zukommen können, wenn sie sagen, okay, jetzt in 2022 möchte ich das angehen, mal meine Definition von Karriere zu machen.

Wenn’s nach der Übernahme nicht mehr stimmt

Natalie Berlemann: [00:13:31] Ja, also wenn die Leute so auf mich zukommen würden, da würde ich ja schon jubeln, weil in der Regel ist es eben nicht so, dass jemand sagt, ich möchte das jetzt wirklich angehen und hat so diesen Drive, sondern gefühlt wird erst mal nur diese Unzufriedenheit. Also, oft sagen sie zu mir, ich bin schon am Gucken nach anderen Jobs, aber da war noch nicht so das Richtige dabei. Oder, ich weiß noch gar nicht, ob ich kündigen soll oder nicht. Also in deinem Fall wäre es dann so was wie, ich weiß noch gar nicht, ob ich jetzt diese Übernahme-Geschichte da mitmachen soll oder ob ich das weiter mitmachen soll. Also da ist erst mal so dieses Gefühl da und das Gefühl nach Flucht. Ich will da jetzt weg. Deswegen scrollen halt viele dann schon mal durch die gängigen Job-Portale und suchen sich halt einen neuen Job. Und ich sage dann immer: Moment, da fängt die Suche nicht an.

Ich muss es noch mal kurz einschränken. Also wenn jetzt jemand, sagen wir, ein Buchhalter ist und der sagt, ich möchte auf jeden Fall Buchhalter bleiben und ich brauche jetzt einfach bei mir im Umkreis in Mannheim eine neue Buchhalterstelle, dann wird das nicht so das Riesenproblem sein. Dann ist so ein Job-Portal durchaus auch eine gute Quelle, wenn man seine Filter da setzen kann. Aber sagen wir mal, jemand angestoßen durch eine Übernahme oder angestoßen noch durch Corona, ist jemand in der Situation zu sagen: Ich war jetzt immer Buchhalter in Mannheim und ich habe aber für mich gemerkt, das gefällt mir alles gar nicht mehr und mir gefällt das auch nicht abends so lange zu arbeiten und ich habe irgendwie Lust, was anderes zu machen, weil ich bin zum Beispiel damals eigentlich nur Buchhalter geworden, weil mein Vater schon Buchhalter war.

Natalie Berlemann: [00:15:02] Wie geht es dann voran? Wie entscheidet man dann, welchen Weg man einschlägt? Und da sage ich immer, der Startpunkt ist eine ordentliche Selbstreflexion. Und zwar nicht nur dieses Nachdenken, warum gefällt mir das nicht? Warum finde ich das jetzt so schwer? Also nicht nach den Gründen zu suchen, sondern zu überlegen: Wer bist du denn wirklich? Was kannst du denn wirklich? Was erwartest du von dir selbst, von deinem Leben? Was möchtest du vielleicht in die Welt reinbringen? Was ist dein USP? Was ist deine Haltung zu den Dingen und nach welchen Kriterien suchst du dann deine Arbeit und deinen Arbeitgeber aus? Und diese Fragen sind nicht in 5 Minuten beantwortet, weil man sich in der Regel so tief da keine Gedanken drüber macht. Also, so von Grund auf einen neuen Job suchen, vielleicht sich sogar neu orientieren, die Richtung noch mal wechseln, das darf ruhig ein bisschen dauern, sich diese Fragen selber mal zu beantworten, weil man eben vielleicht jahrelang in dem gleichen Trott geblieben ist.

Judith Geiß: [00:16:01] Und so wie jedes Neue bringt das natürlich auch eine Verunsicherung mit. Und dann, anders herum gesagt, geht man dann auf Nummer sicher. Ja, ich war schon immer Buchhalter, werde schon immer was finden. Ja, ja. Und dann stellt man fest nach kurzer Zeit: Oh, hier ist jetzt der selbe Mist. Und ich hab wieder keinen Spaß dran. Ja, genau deshalb finde ich es so gut, dass du sagst: Also, erst mal gar nichts machen, erst mal die Zeit sich zu nehmen und dann kann man ja immer noch sich bewerben, sich vielleicht gezielter bewerben. Vielleicht bewirbt man sich dann nicht mehr als Buchhalter, sondern keine Ahnung, geht in den Einkauf oder was auch immer es da gibt oder macht sich selbstständig danach. Oder macht das, was man nie dachte, was man mal macht, weil man hat es sich nie erlaubt, weil Papa hat ja gesagt, machst du Buchhalter, dann hast du immer einen Job.

Natalie Berlemann: [00:16:47] Genau. Und das ist ja auch bisher immer eigentlich ganz gut gelaufen. Und dann kommen diese ganzen Hürden, so was wie: Ja und wir haben ja jetzt auch das Haus gekauft und das will ja auch abbezahlt werden, was auch immer. Also, da kommen diese ganzen Gründe, warum irgendwas nicht geht.

Wie sieht Karriere vor den Herausforderungen unserer Zeit aus?

Judith Geiß: [00:17:02] Die wir alle kennen von den eigenen Selbstgesprächen. Ich denke, da kann auch jeder andocken. Die Frage, die sich mir so stellt, während wir auch so sprechen, ist ja: Macht Karriere Sinn? Ist es Unsinn? Kann man das wirklich so beantworten? Was meinst du?

Natalie Berlemann: [00:17:15] Also, ich würde da noch mal einen Blick werfen auf was uns denn in der Zukunft überhaupt erwartet. Also, die Herausforderungen in der nächsten Zeit, also nicht nur in 2022, sondern vielleicht auch langfristig gesehen. Und die kennt ja an sich jeder. Das war im Wahlkampf Thema, wird auch wahrscheinlich weiterhin Thema sein. Also die Herausforderungen sind ja so was wie natürlich der Klimaschutz, Klimawandel, die Digitalisierung, dann immer noch Thema Gleichstellung, nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern eben auch zwischen Religionen und letztendlich ja zum Beispiel auch Meinungen. Also nicht, dass man die Meinung gleichstellen will, sondern ich meine diese Diversität. Also wir sind halt alle unterschiedlich, nicht nur in Geschlecht und Religion, in Sexualität, sondern eben auch jeder hat so seine unterschiedliche Weltanschauung, unterschiedliche Werte, Meinungen, und dieser technische Fortschritt sozusagen.

Das heißt, da ist ja so die Frage, Was braucht es denn, wenn wir uns diesen Herausforderungen mal stellen, die für die ganze Erde gelten? Was braucht es denn dann in Sachen Arbeit? Wie muss denn dann die Zukunft der Arbeit irgendwie aussehen? Und wenn man sich dann vorstellt, wir bleiben bei diesem klassischen Karriere-Modell, also Hierarchien, wichtig ist, dass man erfolgreich ist, dass man die Karriereleiter hoch klettert, dass die Nachbarn und Papa alle zufrieden sind. Dann fragt man sich also, wie können denn diese Herausforderungen irgendwie gelöst werden oder bearbeitet werden, wenn wir alles immer noch weiter so machen wie vorher? Und ich denke halt, es ist so komplex und so divers, diese ganzen Themen. Da kann eine Person an der Spitze das nicht mehr entscheiden. Das ist so meine persönliche Meinung.

In Zukunft brauchen wir Menschen, die eigenverantwortlich arbeiten

Natalie Berlemann: [00:18:57] Eine Person kann diese Vielfalt nicht mehr abdecken. Du kannst dich nicht sowohl in einen Mann, in eine Frau, in jemanden mit einer vielleicht arabischen Herkunft so hineindenken, wie jemand mit einer britischen Herkunft oder nur einer amerikanischen Herkunft. Also du musst ja all diese Sachen berücksichtigen. Und gerade das Klima ist ja eben zum Beispiel auch nicht nur so eine Sache, die eben jetzt mal in Deutschland entschieden werden kann. Da braucht es ja auch die Zusammenarbeit mit anderen. Also ist auch die Frage: wie gelingt denn diese Zusammenarbeit mit anderen, der Austausch mit anderen? Und ich bin da eher gedanklich auf dem Weg zu sagen, da muss eben viel Austausch passieren, viel Vernetzung.

Und es braucht dann eben auch viele Leute, die wirklich eigenverantwortlich arbeiten und die auch ihren eigenen Erfolg und den eigenen Status nicht über alles stellen. Sondern zu sagen, ich habe jetzt zum Beispiel mein Team und ich will mit diesem Team zusammenarbeiten. Oder ich bin jetzt von mir aus der Experte und ich liefere jetzt dieser Abteilung die besten Informationen, die ich irgendwie recherchieren kann oder die ich eben kenne. Also das krasse Gegenteil wäre ja so was wie der klassische Mitarbeiter, sage ich mal, der wartet, dass sein Chef ihm oder die Chefin irgendwas aufträgt und er dann nur nach Hause geht und sagt, naja, hab halt meinen Job gemacht. Also ich sehe da mehr ein paar Kompetenzen, die ich benennen würde als ein Bewusstsein für ein eigenverantwortliches Arbeiten. Also, ich brauche nicht den Chef, der mir dann sagt, was ich zu tun habe.

Natalie Berlemann: [00:20:25] Weil es ist einfach so komplex. Da muss jeder seinen Beitrag leisten, eigenverantwortlich arbeiten. Dann würde ich sagen, ein Gesichtspunkt ist ein Growth Mindset. Der Begriff wurde mal in dem Buch geprägt, was so viel heißt wie, man soll immer sich drauf einstellen oder man soll eine Bereitschaft mitbringen, sich weiterzubilden zum Beispiel. Und zu sagen, ich kriege das schon hin. Ich weiß das zwar heute nicht, aber ich kann das lernen. Das Gegenteil wäre so ein Fixed Mindset, zu sagen, nein, ich kann das halt nicht und weiß ich ja auch nicht. Und nein, ich denke, das ist für mich nicht möglich, weil … Dann bleibt man irgendwie so stagnierend.

Ja, dieses lebenslange Arbeiten, denke ich, ist auch super wichtig, weil sich einfach viel tun wird. Digitalisierung, Klimawandel, alles. Damit das alles klappt, wird sich viel tun. Da muss man sich drauf einstellen. Und eben so ein kollaboratives Arbeiten, also ein Zusammenarbeiten und nicht mehr, das ist jetzt ja der Chef und das sind die Schäfchen. Und dann fügt man sich ein. Sondern, wie können wir denn alle zusammen das beste Ergebnis erreichen? Und jetzt, wo wir die Podcast Folge aufnehmen, wissen wir noch nicht, wie die Regierung nachher aussehen soll, also wie sich unsere Regierung aufstellen wird, aber was sich heute ja schon abzeichnet ist, dass es wahrscheinlich auch nicht eine Partei sein wird, sondern dass es wahrscheinlich zwei oder drei sein werden, die die Regierung bilden. Und das finde ich an sich auch ein ganz gutes Zeichen, weil es für mich meine persönliche Meinung ja untermauert.

Die klassische Karriere ist heute nicht mehr der einzige Weg

Natalie Berlemann: [00:21:52] Deswegen finde ich das natürlich schön zu sagen, es kann nicht mehr einer nur alles entscheiden, sondern diese verschiedenen Interessensgruppen und verschiedenen Herausforderungen müssen von mehreren gelöst werden oder können vielleicht besser von mehreren gelöst werden. Ob das so ist, wird sich dann zeigen, aber deswegen würde ich, um auf jetzt auf deine Frage zu antworten, nachdem ich so groß ausgeholt habe, sagen, also diese klassische Karriere, die wir eben skizziert haben. Wir sollten davon Abstand nehmen, dass das der einzige Weg ist und das es auch der Weg ist, der uns in Zukunft die besten Ergebnisse bringt. Unsinn würde ich immer noch nicht sagen, weil letztendlich braucht es doch immer Menschen, die eine Entscheidung treffen. Und gerade sind wir ja eben in so einem Wandel. Es wird ja nicht von heut auf morgen alles anders. Und in dieser Grauzone oder Grauzone der Veränderung darf ruhig noch alles sich sukzessive verändern.

Aber ich würde jetzt meiner Nichte und meinem Neffen nicht mehr irgendwie suggerieren, dass so eine Unternehmens-Karriere jetzt das ist, was sie anstreben sollten, sondern ich würde ihnen immer irgendwie sagen, hey, es gibt auch anderes, du kannst dich auch selbstständig machen. Du kannst eine ganz hybride Mischung aus allem machen. Also, du kannst irgendwo in einem Unternehmen als Experte arbeiten, aber du kannst eben auch noch in deiner Freizeit oder nebenbei nebenberuflich ein Unternehmen gründen, das sich um den Klimaschutz kümmert. Also da denk da eher in hybriden Systemen. Das würde ich wahrscheinlich meinen eigenen Kindern empfehlen. Was würdest du denn irgendwie jungen Menschen empfehlen?

Funktioniert Karriere als Vernunftsentscheidung?

Judith Geiß: [00:23:22] Also, ich nehme da gerne meinen Interview-Gast aus der ersten Episode im letzten Jahr. Also, mein Patenkind ist mittlerweile elf Jahre alt und er fragt mich dann auch, wenn wir uns da so austauschen, weil er kennt natürlich angestellt sein, er kennt die gewerbliche Arbeit einfach aus dem Umfeld und das in dem Fall sogar seine Mama für mich arbeitet. Und ich sage ihm immer, es ist egal, was ich denke, was du tun sollst. Das einzige, was ich dir mitgebe, ist, dass es dir Spaß machen soll. Ich meine klassisch natürlich als Kind, ja, Feuerwehrmann und was da alles ist. Aber das ist ja, glaube ich auch für mich jetzt, wenn du das so direkt fragst, auch noch mal das Problem. Das Kind denkt nicht drüber nach und sagt Feuerwehrmann oder das, was ihn motiviert und was ihn reizt. Und dann kommen irgendwann die Vernunftsentscheidungen. Ja, das kannst du nicht machen, weil da verdient man kein Geld. Und wie willst du deine Familie ernähren und wie willst du da ein Haus kaufen und so weiter. Im Endeffekt sind es dann aber die unglücklichen Menschen, wenn sie ganz, ganz ehrlich zu sich sind. Sie gehen morgens aus dem Haus, damit sie all diese Pflichten, die sie sich aufgepackt haben, auch erfüllen können und stellen sich dann nur in bestimmten Situationen, wie jetzt Corona oder auch wenn die Lebensumstände oder wenn die Frau sagt, ist ja super, wir können uns jetzt das schönste Haus leisten, aber es wäre toll, wenn du ab und an auch noch in dem Haus wärst.

Ja und da würde ich gerne auch noch einbringen, so dieses immer gut überlegen, was man sich wünscht, weil es könnte ja eintreffen. Und das meine ich jetzt überhaupt gar nicht böse, sondern wirklich zu sagen, okay, ist es das wirklich, was ich mir wünsche? Weil es könnte ja wirklich in Erfüllung gehen. Und bin ich dann wirklich glücklich? Wobei auch da wieder: Eine einmal getroffene Entscheidung, jetzt schon öfters im Podcast auch gesagt, kann man überdenken. Also nur weil ich 10 Jahre Buchhalter war, heißt das nicht, dass ich morgen nicht was anderes sein kann. Und wenn ich Feuerwehrmann werden will und fit genug bin, dann werde ich Feuerwehrmann. Das sagt sich natürlich von außen immer ganz leicht. Ich denke, jeder von uns hat so blinde Flecken. Aber da dann auch die Situation zu haben, dann sich an jemanden zu wenden wie dich, der einfach Leute dabei begleitet, ja, für den das nicht das erste Mal ist, was da jetzt passiert, sondern von außen, wo er dann sagen kann, okay, ich habe die Erfahrung, die Sicherheit oder erst mal noch mal die Ruhe geben. Und ja, was ich bei dir wirklich immer gut finde, ist, dass du erstmal sagst, kurz mal gar nichts machen, sondern wirklich erst, sonst geht man einfach in seinem Muster rüber und so weiter.

 

 

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Karriere-Beratung in vier Schritten

Natalie Berlemann: [00:25:37] Also, ich teile praktisch immer die Beratung in vier Steps. Also das eine ist, erst mal rausfinden, was will man überhaupt machen? So was wie: Was bedeutet für mich Erfolg, für mich Karriere? Was kann ich, was will ich? Wie möchte ich mich gegenüber den Herausforderungen stellen? Wie bin ich überhaupt geartet? Alles, was ich gesagt habe.

Der nächste Schritt ist dann für mich, ein bisschen mal zu recherchieren und über den Tellerrand hinauszugucken. Weil wenn man eben aus dem Elternhaus nur Option A, B, C kennengelernt hat, dann kennt man das restliche Alphabet einfach nicht. Und es ist ja nun mal so, dass also meine Eltern, die Generation, bei dir mit Sicherheit das gleiche, die hatten ja ganz andere Erfahrungen. Also jetzt so was wie zum Beispiel dieses ganze Influencer-Business. Ja, das gab es ja damals nicht. Also haben sie das natürlich mir als Kind ja auch nicht mitgegeben, dass das eine Möglichkeit ist. Jetzt nicht, als ob das die geilste Möglichkeit überhaupt wäre. Aber du weißt, was ich meine. Also, sie kannten es ja nicht, oder alles, was im Bereich Tech jetzt möglich ist, wo man die krassesten Startups sieht, das war ja gar nicht in deren Kopf drin, dass es sowas überhaupt geben könnte. Oder das digitale Arbeiten, also remote arbeiten, das gab es ja damals nicht. Also das hat ja eine ganze Generation ihren Kindern überhaupt nicht mitgeben können. Also das heißt, die zweite Phase ist ein bisschen recherchieren. Was gibt es denn heute? Was sind denn meine Möglichkeiten? Also wenn ich eben nur in Mannheim groß geworden bin, dann weiß ich vielleicht gar nicht, was in Berlin abgeht oder was in Los Angeles abgeht. Und da darf man ruhig mal sagen, okay, wie finde ich das jetzt raus? Und das ist ja auch gar nicht so schwer mit ein bisschen Google, mit ein bisschen LinkedIn, mit eben vielleicht jemanden fragen, der sich damit auskennt. Dann findet man schon auch neue Alternativen für sich und kann aus den Alternativen dann auch was für sich entdecken, was vielleicht passt, besser passt oder sich irgendwas zusammenstellen.

Und dann erst, wenn man für sich klar hat: Wer bin ich, was sind meine Alternativen und was passt da am besten zusammen? Dann würde ich erst in die Bewerbungsphase gehen, oder – und jetzt kommt’s – man muss ja gar nicht sich unbedingt bewerben, sondern man kann ja auch überlegen, wie kann ich das dann in meinem Unternehmen, in dem ich gerade bin, oder in meiner Selbstständigkeit, in der ich gerade bin, übersetzen? Also wie ist das denn unter den gegebenen Umständen vielleicht sogar möglich?

Übernahme als Chance für eine neue Karriere im Unternehmen

Und gerade weil man, ich denke da wieder an deine Kunden, wenn man in der Situation ist, dass da eine Übernahme stattgefunden hat, da wird ja sehr, sehr viel neu. Das ist ja auch eine Chance zu sagen: Hey, ich habe mal kurz über mich nachgedacht und habe für mich festgestellt, ich würde eigentlich gerne perspektivisch die und die Funktion, die und die Rolle da und da machen. So und so würde ich mich gerne einbringen. Und da sind gute Führungskräfte dann auch offen dafür. Also das ist ja dann im wahrsten Sinne des Wortes eine Übernahme als Chance, zu sagen, ich könnte mir das in Zukunft anders vorstellen. Aber um das machen zu können, muss man ja erst mal wissen, was man sich eben vorstellt.

Judith Geiß: [00:28:26] Ja, du sagst es richtig. In der Übernahme und in der, wenn man diese als Chance begreift, ist es ja auch noch mal das Thema. Neben dem gibt es dann ganz viele neue Positionen, die es vorher gar nicht gab. Viele Möglichkeiten, die es vorher nicht gab. Und da den Appell dann auch zu sagen, okay, wo sind die denn und kann ich mich, will ich mich da hin entwickeln und ja, letztendlich für sich den nächsten Schritt zu finden. Gerade bei deinen Ausführungen muss ich so nachdenken, auch dieses, ja überhaupt, dass man den Job regelmäßig wechselt oder so was. Also, meine Eltern und auch die Generation, sage ich jetzt mal, hat das jetzt nicht unbedingt befürwortet. Im Nachhinein bei mir kann ich sagen, ok, ich hatte einfach eine Unruhe, ich wollte immer was Neues lernen. Mir wurde es schnell langweilig beim Job und viele Leute, die so am Rande stehen, die das beobachten und dann sagen, haben wir uns schon fast gedacht, oder, ja, endlich. Es kommt dann viel, und das wird auch bei deinen Kunden so sein, wo dann das Umfeld schon reagiert. Aber es will keiner aus diesem engen Umfeld derjenige sein, der sagt, du musst dich jetzt verändern.

Judith Geiß: [00:29:24] Weil erstens, wer will das hören? Und andersherum, was nimmt der andere sich raus? Dann auch mehr im privaten Umfeld und bei dem Übernahme-Thema ist es ganz ehrlich auch noch das Thema: Will ich da weiter jetzt mich nur beschweren? Will ich weiter nur Gerüchteküche machen? Oder will ich wirklich auf den Weg nach mir und nach der Lösung für mich gehen? Und wie gesagt, die ist ganz vielfältig. Ich sage immer, es heißt nicht, dass Sie im Unternehmen bleiben wollen. Das heißt nicht, dass Sie zukünftig noch mit Amerikanern arbeiten oder nie wieder mit Amerikaner arbeiten. Das ist so vielfältig und ich denke daher, was für Sie Sinn macht, um auf das ursprüngliche Thema wieder zurück, das entscheiden Sie. Und ja, sowohl Natalie als auch ich begleiten da jeweils die Kunden auch dabei, den jeweiligen Sinn rauszufinden. Natalie, hast du noch was zum Abschluss quasi noch zu ergänzen, was wir vielleicht vergessen haben? Da wir immer so gerne uns unterhalten, habe ich immer das Gefühl, wir dürfen nichts vergessen.

Das Karriere-Denken und die Möglichkeiten wandeln sich

Natalie Berlemann: [00:30:16] Ja, also was mir eben tatsächlich noch eingefallen ist, ist vielleicht so ein Hinweis für die Zuhörer zu sagen, dieser Einfluss von außen, der ist groß und der ist stark. Und das sollte man nicht unterschätzen. Also, wie stark man eigentlich von seinem Umfeld beeinflusst wird oder eben vom Weltgeschehen beeinflusst wird, da vielleicht auszubrechen, das ist schwierig. Oder zu sagen, ich guck mich jetzt mal um, das ist durchaus eine Herausforderung. Aber ich finde, man hat ein ganz gutes Argument, wenn man sagt, hey liebes Umfeld. Also wenn ich mir angucke, was eben in der Zukunft wichtig sein wird, wie wir eben gesagt haben, Digitalisierung, Klimawandel, Thema Diversität und so weiter, dann ist es nur richtig, auch mal seinen Blick zu weiten. Und ihr habt mir mit Sicherheit alles mitgegeben, was irgendwie damals, was ihr wusstet, was irgendwie wichtig war. Und der Weg war für mich vielleicht auch bisher gut. Aber ich gucke jetzt einfach mal noch mal neu. Möglicherweise stelle ich ja dann auch fest, es kann alles so bleiben, wie es ist. Vielleicht entscheide ich mich dann eben auch um. Und wenn eine Veränderung ansteht, also so was wie, ich möchte vielleicht doch kündigen oder ich möchte die Position wechseln, das darf ruhig auch ein Prozess sein. Das muss nicht von heute auf morgen sein. Und man kann auch einmal sagen, ich versuche mich jetzt mal ein halbes Jahr da wirklich einzufinden und ich versuche jetzt mal irgendwie Englisch zu lernen zum Beispiel. Ich versuche die Amerikaner zu verstehen.

Natalie Berlemann: [00:31:33] Oder ich versuche mit meiner Familie einen Rhythmus zu finden, dass es eben nicht so schlimm ist, wenn ich jeden Tag so spät nach Hause komme oder ich nicht mehr ins Fitnessstudio kann. Also, ich probiere das mal für mich aus. Ich teste mal jetzt Varianten, die für mich gehen. Das ist das mit diesem Growth Mindset. Also, ich versuche meinen Kopf auf Veränderung einzustellen und Wege für mich zu finden. Und das darf eben auch mal ein bisschen dauern. Und ja, entweder führt es dann zum Erfolg – gut -, oder man stellt eben fest: Ja, habe ich versucht, geht nicht, dann probiere ich jetzt eben das nächste. Also, sich zu erlauben, Fehler zu machen, Dinge auszuprobieren, zu testen, das, glaube ich, wird auch in Zukunft sehr, sehr wichtig sein. Und es gibt nicht diese eine Lösung, weder für die persönliche Karriere, also wir haben ja eigentlich im Podcast jetzt so zwei Wege aufgemacht. Einmal dieses persönliche, wo will ich eigentlich hin in meinem Beruf, in meinem Unternehmen? Und dieses, wo entwickelt sich überhaupt gesellschaftlich betrachtet oder für die Erde betrachtet, wie entwickelt sich da die Zukunft der Arbeit? Und da sich selber zu erlauben, Dinge auszuprobieren, Dinge zu testen. Es gibt nicht diese eine Lösung, und da muss man sich eben vielleicht auch mal herantasten. Es ist eben nicht mehr alles so schwarz-weiß, wie das vielleicht damals war, beziehungsweise wie man uns glauben machen wollte, weil ich glaube immer, das es auch damals eigentlich gar nicht so schwarz-weiß war, weil ich sage dann immer in unserer Familie, da wo ich herkomme, ist vielleicht jeder irgendwie in Unternehmen arbeiten gegangen und war da 40 Jahre und war froh.

Natalie Berlemann: [00:32:55] Aber auch zu der Zeit gab es ja schon, weiß ich nicht, Maler, Gründer, die Poeten, Autoren, das waren ja auch nicht alles Leute, die so eine klassische Karriere gemacht haben oder die eben Nine to Five oder 40 oder 47-Stunden-Woche gearbeitet haben. Also, auch da gab es ja eigentlich immer schon Leute, die was anderes gemacht haben. Und deswegen kann das auch in Zukunft so sein. Und da hilft es vielleicht auch, einfach mal nochmal so ein Geschichtsbuch in die Hand zu nehmen und zu gucken, wie haben denn Leute früher gearbeitet? Oder mal Oma und Opa fragen, wie war das denn damals bei bei euch? Was hast du eigentlich gemacht? Und was haben denn deine Freunde dann gearbeitet, um sich da noch mal Inspirationen zu holen, um einfach sich zu sagen: Okay, für 2022 will ich noch mal für mich überprüfen, wie geht es weiter? Aber das muss nicht innerhalb von vier Wochen entschieden sein. Und für die Zukunft oder für die nächsten drei Jahre mache ich mich einfach mal locker und befreie mich mal von dem Gedanken oder befreie mich einfach mal von ein paar Dingen, die ich vorher eben für wahr gehalten habe.

Judith Geiß: [00:33:54] Ja, da sprichst du was Wichtiges an. Es gibt nicht nur die eine Wahrheit, und wir würden an dieser Stelle natürlich Ihnen wünschen, dass Sie die für Sie richtige Wahrheit erst mal finden und Ihren richtigen Weg gehen. Bei, wie gesagt, Unterstützungsbedarf – Natalie freut sich darauf Sie kennenzulernen, und ansonsten freuen wir uns natürlich auch über Rückmeldungen auf die Episode, die uns ein bisschen widerspiegelt, ob Sie mit den Impulsen, die wir jetzt so zusammengetragen haben, auch was anfangen konnten. Daher danke ich dir, liebe Natalie, für diese wertvollen Impulse, auch ich habe wieder für mich was mitgenommen. Vielen, vielen Dank dafür. Und ich wünsche dir auch für 2022, was du dir wünschst. Weil wie wir ja gelernt haben, was ich dir wünschen würde, ist gar nicht wichtig, sondern dass du wirklich deinen Weg gehst. Also viel Erfolg in 2022. Und wer weiß, vielleicht besuchst du uns bald wieder im Podcast.

Natalie Berlemann: [00:34:44] Ja, vielen lieben Dank, dass wir heute darüber sprechen konnten, und ich freue mich, wenn sich mal wieder eine Gelegenheit zeigt.

Judith Geiß: [00:34:49] So, liebe Hörer, bis zum nächsten Mal, wenn Sie wieder hoffentlich einschalten zum Übernahme als Chance Podcast. Bis dahin. Tschüss.

Speaker4: [00:34:57] Buchen Sie jetzt ein Mentoring mit Judith Geiß. Egal ob als Mitarbeiter, Führungskraft oder Team, in einem individuell auf Sie zugeschnittenen Mentoring erhalten Sie wertvolle Tipps und Hinweise, wie Sie sicher durch die Zeiten der Veränderung kommen. Schauen Sie vorbei auf www.TheBridge-Online.com/Mentoring. Den Link finden Sie auch in den Shownotes.

 

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