Recruiting Deutschland vs. USA: Was sind die Unterschiede?

 

 

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Inhalt / Links zu dieser Episode:

Bereits in der letzten Woche hat sich Judith Geiß mit Thomas Klauder über die Unterschiede und Herausforderungen des amerikanischen Recruitings nach einer US-amerikanischen Übernahme unterhalten. Heute geht es weiter mit Teil 2 des Gesprächs.

Wer uns beim Gespräch auch gerne live und in Farbe sehen möchte, zum Interview gibt es auch eine Video-Aufzeichnung: https://www.youtube.com/watch?v=KLDedrWNLuQ&feature=youtu.be

Weitere Informationen zu Thomas Klauder finden Sie unter folgendem Link:
https://www.inopere.com/project/thomas-klauder/

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Herzliche Grüße und bis bald,

Ihre Judith Geiß


Transkript der Podcast-Folge:

Übernahme als Chance. Der Podcast von und mit Judith Geiß. Sie und Ihr Unternehmen sind von einer Übernahme betroffen? Dann sind Sie hier genau richtig. Judith Geiß, die Expertin für US-amerikanische Übernahmen im deutschsprachigen Raum, teilt mit ihnen wertvolle Tipps und Tricks und zeigt Ihnen, wie Sie diese Veränderungen für sich und Ihr Unternehmen nutzen können. Ganz nach dem Motto: take the chance.

[00:00:22] – Judith Geiß
Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Episode des Übernahme als Chance Podcast. Heute mit dem zweiten Teil des Interviews, mit meinem geschätzten Geschäftspartner Thomas Klauder. Ich freue mich, dass Sie wieder reinhören.

Was ich auch erlebe, ist dieses Spontane. Die deutsche Personalerin wechselt dann auf Englisch, um dann zu prüfen, ob jemand Englisch kann und dann sagt sie: ja wunderbar, der kann Englisch. Stell das dem Europa-Verantwortlichen, dem USA-Verantwortlichen vor und dann kommt das Gespräch und dann ist erstmal Stille. Also auch da, neben der Kultur die du angesprochen hast: Englisch und Englisch ist schon ein bisschen ein Unterschied, oder?

[00:01:03] – Thomas Klauder
Absolut. Und das trifft dann im Innenverhältnis zu, aber auch erst recht wenn die Unternehmen nach außen kommunizieren und müssen jetzt eine andere Kultur leben und bilden ihre Hierarchie nach außen ab. Und dann kommt ja noch erschwerend hinzu, dass in amerikanischen Unternehmen einfach viel, viel mehr, schneller und taktischer kommuniziert wird. Wir Deutschen bereiten unsere Unterlage immer so gerne vor und die ist dann auch tiptop und da kann man alles nachfragen und reinbohren und da stimmt alles, die Fragen oder die Antworten kommen schön in der Dezimalklassifikation und sind super geordnet. Das ist fast schon so wie Schach spielen. Und die Amerikaner spielen Ping Pong. Die würden eher öfter kommunizieren, die würden mehr miteinander sprechen, die würden schneller die Fragen klären und das ist dann auch eine Erwartung wieder im Recruiting. Während der deutsche Manager geduldig wartet, bis nach etlichen Wochen die deutsche Personalabteilung 3 ganz tolle evaluierte, passende Profile präsentiert, würde der amerikanische Manager lieber mal die ersten 10 gleich sehen. Ob die dann so super passend sind und so gut, ist egal. Aber er möchte das Gefühl haben, dass man für ihn arbeitet, dass die Personalabteilung Dienstleister ist, dass die jetzt mal Profile anbringt, und dass man in der Kommunikation, im Austausch, dann Suchprofile verfeinert, dass man über die Kandidaten spricht, dass man sagt, ja und bei dem fand ich das stark und bei dem fand ich das und deshalb brauchen wir als Nächstes hier diese und das einfach mehr Interaktion ist. Und wenn dann die deutsche Personalabteilung denkt: okay, ich stelle jetzt Verkäufer oder Controller ein, ich habe vier, fünf Wochen und dann gibt’s 2, 3 zur Auswahl, dann denkt der amerikanische Manager: die schaffen nichts.

[00:02:41] – Judith Geiß
Das lag mir sofort auf der Zunge! Also das ist auch wirklich was, wo man als deutscher Geschäftsführer vielleicht wirklich so denkt: ja, was gibst du mir jetzt den Riesenberg? Auch das wird sich einfach ändern und diese Mitsprache ist schlicht und ergreifend eigenes Interesse weil er natürlich auch eine] Vision hat. Also, wie passt dieser Mitarbeiter in meine zukünftige Vision z.b. von der Vertriebsabteilung? Und das ist dann auch nicht nur der Vertriebschef, sondern auch die Mitarbeiter dazu. Und würdest du sagen, dass es dem Amerikaner dann lieber ist, wenn jemand schon Vorerfahrung hat in amerikanischen Konzernen oder hast du Amerikaner eher offen erlebt zu sagen, es kommt auf den Menschen an und wenn der den Biss hat, dann passt der schon zu uns und wir werden das schon zusammen machen?

[00:03:24] – Thomas Klauder
Da sind Amerikaner grundsätzlich offener. Also während der Deutsche auf die Inhalte und aufs Profil guckt, schauen die Amerikaner eher auf die Persönlichkeit und Denken in Chancen. Ich habe Amerikaner immer so erlebt, dass sie kein Scheitern fürchten, dass sie immer Chancen geben und dass sie einen, der etwas tut und scheitert, viel höher schätzen als einen von dem sie das Gefühl haben, der tut es nicht. Bitte erlaube mir bitte übrigens den generischen Maskulinum, den ich immer verwende. Natürlich sind auch Frauen inkludiert.

[00:03:52] – Judith Geiß
Alles gut. Aber da sind wir ja ganz schnell dabei: er gibt Chancen, aber er entscheidet auch schneller. Das heißt, wenn die Chance nicht genutzt wird, da haben wir ganz schnell immer wieder dieses Thema des „Hire and Fire“. Wie hast du das für dich erlebt?

[00:04:05] – Thomas Klauder
Ja, das ist so.

[00:04:06] – Judith Geiß
Es wird schneller eingestellt, es wird auch schneller ausgestellt oder sich getrennt. Aber diese Chance, die hätte man vielleicht im klassischen deutschen Unternehmen gar nicht erst bekommen, sich zu beweisen. Also auch da passend zu dem Thema des Podcasts, Übernahme als Chance zu sehen. Ich werde oft gefragt: muss ich jetzt Angst haben, wenn ich für Amerikaner arbeite? Angst musst du nicht haben. Du musst einfach gucken, dass du deine Leistung bringst. Es ist alles sehr leistungsorientiert du kannst und darfst auch Fehler machen. Ich sage immer: du darfst und kannst Fehler machen, aber bitte nur einmal. Keine zwei und keine drei mal. Natürlich fühlt man sich dann angezählt, weil was passiert der deutschen Personalerin wenn sie ihren Stiefel weiter so macht wie bisher? Kannst du da vielleicht mal einen Einblick geben, was da dann passiert zwischen dem amerikanischen Ansprechpartner und der Personalerin?

[00:04:52] – Thomas Klauder
Jetzt ist es ja so, dass jedes amerikanische Unternehmen, was über den großen Teich reicht und diesen fremden Kulturen begegnet, erstmal die Vorstellung hat, dass alles so funktioniert wie in den USA. Ich sag es wieder ein bisschen überspitzt. Das muss auch jede amerikanische Firma selbst lernen und jedes Mal schmerzhaft, weil hören, dass es hier anders geht, das wollen die erstmal nicht und versuchen es auf ihre Art. Das gilt übrigens für deutsche Unternehmen, die ins Ausland gehen ganz genauso. Funktioniert halt, dass die erstmal denken: funktioniert alles so wie in den USA und dann müssen die lernen. Auf dem Weg kann es Opfer geben. Wenn die deutsche Personalabteilung nicht so funktioniert wie die Amerikaner sich das vorstellen, dann wenden die ausgetauscht. Damit eben das nicht geschieht, ist es wichtig, dass man sich vergegenwärtigt und immer präsent hat: mit Amerikanern muss man mehr kommunizieren, vielmehr kommunizieren, viel mehr aktiv und ungefragt berichten, gern auch Meinungen einholen, präsent sein und aktiv sein. Das schafft ganz viel Vertrauen.

[00:05:52] – Judith Geiß
Und das ist definitiv auch so, wenn man einen neuen Chef bekommt. Dann muss man ja mit dem auch erstmal warm werden und dann ist erstmal egal, welche Nationalität dieser Chef hat. Also das ist zumindest meine Erfahrung. Auch wenn ich mit neuen Kunden arbeite – ich muss den Kunden kennenlernen. Wie tickt der? Braucht er jetzt jeden Tag irgendwie eine Mail von mir – hallo, ich bin noch da. Gerade wenn ich im Homeoffice arbeite wie aktuell. Oder aber sagt er, die meldet sich dann, wenn ihr das Wasser halt irgendwo steht, dass sie jetzt definitiv Hilfe braucht und auch dieses auszuloten. Aber auch da ist es so: es wird ein „Aufeinander-Zu“ hoffentlich sein, das heißt, dazu müssen natürlich beide Seiten bereit sein, aufeinander zuzugehen und letztendlich dann auch gemeinsam die Chance sehen. Weil natürlich auch der Amerikaner neue Dinge dazu lernt und letztendlich vielleicht sich auch vieler Dinge, die in Deutschland so gelten, gar nicht so bewusst ist. Stichwort Betriebsrat – das ist mit Sicherheit für Amerikaner sehr neu. Das Thema: „Sag mir doch mal: warum ist der schon wieder krank? Kann ich dir nicht sagen, wir haben in Deutschland einfach nicht die Möglichkeit oder das Recht, das zu erfahren warum jemand krank ist“. Also diese Sachen gibt es. Und da liebe Personaler, von meiner Seite: es ist eure beratende Funktion, den neuen Ansprechpartner in den USA da mit auf den Weg zu nehmen und das zu vermitteln. Und dann bitte nicht, wie leider viele, so: die müssen sich halt mal einlesen oder die müssen sich einarbeiten. Seien Sie der Partner und haben Sie damit dann auch die Chance, sich entsprechend zu entwickeln. Weil nicht selten ist die deutsche Personalerin die, die Europa mit aufbaut, gerade wenn man anfängt mit Akquisitionen in Europa. Also ich kenne viele, die von der deutschen Verantwortlichen mittlerweile EMEA-Verantwortliche sind und deshalb die Übernahme definitiv als Chance sehen. Sieht das jeder so? Definitiv nicht. Aber ganz deutlich, Thomas du steckst heute ein bisschen an, deshalb heißt der Podcast „Übernahme als Chance“. Ob die dann im Unternehmen oder vielleicht besser außerhalb des Unternehmens ist das entscheidet dann jeder selbst. Thomas ] um jetzt auch das Ganze nicht zu lange zu machen: hast du noch irgendwas, diesen ultimativen Tipp für einen Bewerber in einem amerikanischen Konzern, wenn er sich vorbereiten soll auf das Gespräch. Was würdest du dem raten?

[00:07:57] – Thomas Klauder
Ich würde ihm raten, sich gut in Interkulturelles einzulesen. Und wie unterschiedlich Deutsche und Amerikaner im Geschäftsleben und im Privatleben ticken, da gibt’s ganz wunderbare YouTube Videos. Die sind lustig, die kann man tagelang gucken und es gibt natürlich ganz ernstzunehmende Literatur. Mein Tipp unterm Strich lautet: nehmen Sie es sehr, sehr wichtig, dass es kulturelle Unterschiede gibt. Machen Sie sich über die schlau und seien Sie offen für eine Verhaltensänderung in dem Moment wo sie mit einer anderen Geschäftskultur zu tun haben.

[00:08:30] – Judith Geiß Vielen Dank. Mit dem Tipp sage ich vielen Dank an dich Thomas und vielen Dank an die Zuhörer. Es hat mich wieder gefreut, einen Gast dabei zu haben, diesmal eigentlich direkt aus der Nachbarschaft. Von dem her, vielen Dank dafür. trotz des derzeitigen Shutdown, dass du dir die Zeit nimmst und ich freue mich liebe Hörerinnen, Hörer und Zuschauer, wenn Sie bei der nächsten Episode wieder einschalten.

Buchen Sie jetzt ein Mentoring mit Judith Geiß. Egal ob als Mitarbeiter, Führungskraft oder Team: in einem individuell auf Sie zugeschnittenen Mentoring erhalten Sie wertvolle Tipps und Hinweise, wie Sie sicher durch die Zeiten der Veränderung kommen. Schauen Sie vorbei auf www.thebridge-online.com/mentoring. Den Link finden Sie auch in den Shownotes.

 

 

 

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