Im folgenden Gastbeitrag von Natalie Berlemann erfahren Sie mehr zum Thema berufliche Weiterentwicklung – sozusagen als Leitfaden für Sie, was es für Möglichkeiten des Online Learnings gibt und welche Fragen Sie sich vorab stellen sollten. Natalie Berlemann ist Expertin gegen Unzufriedenheit im Job und unterstützt Frauen dabei, endlich den Job zu finden, auf den sie richtig Bock haben.

„Ich will mich beruflich weiterentwickeln.“ Ein Satz, der häufig als Begründung für einen Jobwechsel oder im Rahmen von Mitarbeitergesprächen und Gehaltsverhandlungen fällt.

Aber was heißt das eigentlich? Sich weiterentwickeln? Diese Aussage ist so schwammig wie zu sagen “ich möchte glücklich sein” oder “ich möchte was erleben”. Wie das mit der Weiterentwicklung wirklich klappt und wie Sie Ihren aktuellen Arbeitgeber davon überzeugen, Sie dabei zu unterstützen – das erfahren Sie in diesem Artikel, so dass Ihrem beruflichen Ziel nichts mehr im Wege steht.

Schritt 1) Was bedeutet Weiterentwicklung für Sie? Und warum ist sie Ihnen wichtig?

Damit Sie Ihre berufliche Weiterentwicklung vorantreiben können, sollten Sie sich zunächst über eine Frage klar werden: Worin möchten Sie sich überhaupt weiterentwickeln?

Je genauer Sie formulieren können, in welchem Bereich Sie sich eine Weiterentwicklung wünschen, desto leichter wird es Ihnen fallen, die richtigen Schritte dafür in die Wege zu leiten.

Wir unterscheiden 4 Bereiche zur Weiterentwicklung:

  1. hierarchisch: Sie möchten in Ihrer jetzigen Position die nächsthöhere Hierarchiestufe erreichen
  2. fachlich: Sie möchten Ihr Fachwissen in Ihrem aktuellen Bereich in der Tiefe oder in der Breite ausweiten
  3. persönlich: Sie möchten mehr Kompetenzen im Bereich der sogenannte Soft Skills erlangen oder durch neue Erlebnisse Ihren Erfahrungsschatz auf verschiedenen Ebenen ausdehnen
  4. gehaltlich: Sie möchten schlicht mehr verdienen

Sind mehrere Bereiche zutreffend, sollten Sie Ihre Präferenzen gewichten. Denn, möchten Sie in nächster Zeit einen Gehaltssprung machen, werden Sie andere Schritte gehen als wenn Sie Ihren Fokus auf den Ausbau Ihrer fachlichen Fähigkeiten legen wollen. Beim Ersten bekommen Sie mehr Geld, zweiteres erfordert womöglich eine Investition.
Ist Ihr Ziel klar, finden Sie leichter einen Weg, es auch zu erreichen.

Wann ist es Zeit, sich weiterzuentwickeln?

Bei der Wahl Ihres Zieles und des Weges dorthin sollten Sie Ihre langfristigen beruflichen und privaten Ziele im Auge behalten. Allzu oft lassen wir uns von Kollegen, der Familie oder dem Freundeskreis beeinflussen, in dem wir uns von Aussagen wie diesen in eine Richtung lenken lassen: „Für das was du leistest, solltest du mehr verdienen“. „Nach 8 Jahren in der gleichen Firma wäre es mal Zeit für einen Jobwechsel“. Diese und ähnliche Aussagen lassen uns schnell vergessen, was wir selbst wollen.

Versuchen Sie daher, sich über Ihre eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse klar zu werden.

Nutzen Sie dafür diese Fragen:
  • Was trägt zu Ihrer Zufriedenheit bei und wie können Sie das in Ihr Leben holen?
  • Welche Erfahrungen möchten Sie machen?
  • Wie wollen Sie sich jeden Tag fühlen?
  • Was haben Sie schon und was brauchen Sie noch dafür?

So werden Sie wissen, ob Sie kurz-, mittel- oder langfristig aktiv werden wollen.

Schritt 2) Welche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gibt es?

Nachdem Sie geklärt haben welches Ziel Sie verfolgen, können Sie nun entscheiden, welcher Weg Sie am besten zu Ihrem Ziel hinführt.

Diese 3 Möglichkeiten können Sie in Betracht ziehen:

Berufliche Weiterentwicklung…
a) durch Weiterbildungsmaßnahmen (beruflich oder privat)
b) durch Jobwechsel
c) innerhalb Ihrer Firma

Zu a) Weiterentwicklung durch Weiterbildungsmaßnahmen:

In den meisten Fällen wird kein Abendstudium oder eine neue Ausbildung notwendig sein, um sich weiterzubilden. Das Angebot an Workshops, Kursen und Seminaren ist riesig.
Wie finden Sie also heraus, was das passende Angebot für Sie ist?

So finden Sie heraus, was die richtige Weiterbildungsmaßnahme für Sie ist:

  • Benötigen Sie ein anerkanntes Zertifikat?
    Unterscheiden Sie bei dieser Wahl, inwiefern ein Zertifikat für Ihr übergeordnetes Ziel dienlich oder notwendig ist. Etwa weil es eine Eintrittskarte für Ihren nächsten Schritt ist.
  • Wie viel Zeit können Sie in die Weiterbildung investieren?
    Findet die Weiterbildung neben Ihrem Job statt, sollte Sie zeitlich zu bewerkstelligen sein und nicht in Stress ausarten. Der gehört sicher nicht zu Ihren Zielen. Bevor Sie hier allzu schnell aus Zeitgründen abwinken: Rechnen Sie sich einmal aus, wie viele Stunden Ihnen bei 160 Stunden einer Woche abzüglich 40 Stunden Arbeitszeit , ggf. 10 Stunden Fahrtzeit und 56 Stunden Schlafzeit übrigen bleiben. (160-40-10-56 = 54 Stunden)
  • Soll Ihr Arbeitgeber die Weiterbildung finanzieren oder sind Sie bereit in sich selbst zu investieren?
  • Können Sie Ihre Weiterentwicklung nur mit Unterstützung Ihrer Firma erreichen oder auch privat?

Um Ihre Chancen auf eine Unterstützung Ihres Arbeitgebers bei Ihrer Weiterbildung zu erhöhen, sollten Sie ein paar Dinge beachten.

So überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber von der Finanzierung der Weiterbildung

Bevor Sie auf Ihren Arbeitgeber zugehen, machen Sie sich ein grobes Bild von den Kosten der Weiterbildung. Dadurch sind Sie gut vorbereitet, falls Ihr Arbeitgeber mit Kosten gegen Ihre Idee argumentiert.

Was kostet eine berufliche Weiterbildung?

Sie können Online-Kurse für wenige Euro finden oder einen begleitetes Programm für mehrere Tausend Euro. Gleichen Sie hier Ihre Zielsetzung mit dem Angebot ab. Kundenrezensionen helfen bei der Entscheidung. Bei vielen Angeboten im Internet haben Sie ein 14- tägiges oder noch längeres Rückgaberecht. Reinschnuppern ist also möglich, ohne ein finanzielles Risiko einzugehen.

So sprechen Sie Ihren Arbeitgeber auf die Finanzierung an:

  1. Sprechen Sie mit Ihrer Personalabteilung:
    Fragen Sie zunächst, welche Weiterbildungsmöglichkeiten Ihre Firma bereits nutzt. Oft arbeiten Firmen mit Trainern zusammen und haben feste Zeiten, zu denen die Trainings stattfinden. Prüfen Sie zunächst, ob da etwas für Sie dabei ist.
  2. Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten:
    Sprechen Sie Ihren Chef frühzeitig an. Dafür bietet sich ein Feedback-Gespräch oder das Jahresabschlussgespräch an.
  3. Erläutern Sie Ihre Ziele und den Nutzen für die Firma:
    Erzählen Sie Ihrem Chef von Ihrem Ziel und was Sie sich wünschen würden. Ggf. können Sie Ihm bereits mitteilen, welches Angebot Ihre Personalabteilung zur Verfügung stellt.
    Falls Ihre Firma keine Möglichkeiten anbietet, dann suchen Sie sich vorab selbst eine Weiterbildungsmaßnahme aus. Schlage Sie diese Ihrem Chef vor.
    Finden Sie Argumente für die Weiterbildung:
    Dabei ist es besonders wichtig, den Nutzen dieser Maßnahme für die Firma aufzuzeigen. Denn warum sollte Ihr Arbeitgeber etwas finanzieren was für ihn nicht auch von Nutzen ist?
  4. Machen Sie es schriftlich:
    Halten Sie fest, was die nächsten Schritte sind und bis wann eine Entscheidung getroffen werden soll.
    Bedanken Sie sich per E-Mail für das lösungsorientierte Gespräch und führen Sie nochmals aus, was besprochen wurde. So haben beide Seiten eine Erinnerung und die Möglichkeit an diese E-Mail anzuknüpfen.

Ihre Firma bezahlt – perfekt! Falls nicht, sollte Ihr Ziel dennoch nicht darunter leiden. Bei einer Lebenserwartung von über 80 Jahren, die wir zu 60% mit Arbeit verbringen, sollten Sie nach Möglichkeiten suchen, Ihre Wünsche in die Tat umzusetzen, statt auf die Unterstützung von anderen zu hoffen.

Was tun, wenn der Arbeitgeber Ihre Pläne nicht unterstützt?

Spielt ihr Arbeitgeber nicht mit und für Sie selbst ist die Weiterbildung zu teuer, finden sie hier Alternativen. Zahlreiche Onlineangebot sind sofort oder mit wenig zeitlichen Vorlauf zugänglich. Sie können auch ein guter Start sein, um festzustellen, ob die Weiterbildung die Sie sich vorstellen überhaupt das Richtige für Sie ist.

Diese Plattformen für Selbstlernkurse gibt es:

Zu b) Weiterentwicklung durch Jobwechsel:

Erreichen Sie ihr Ziel nur durch einen Jobwechsel? Sind Sie sicher?
Sehen Sie dazu dieses Interview mit Judith Geiß und mir an. In diesem Video erfahren Sie, ob ein Jobwechsel wirklich die beste Möglichkeit für Sie ist und wie Sie sicherstellen, dass Ihr Jobwechsel Sie zu Ihrem gewünschten Ziel führt:

 

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Eine Zusammenfassung dieses Videos lesen Sie hier: Link zum Blog-Artikel

zu c) Weiterentwicklung innerhalb Ihrer Firma

Es muss nicht immer gleich der Jobwechsel sein, wie Sie in obigen Video erfahren haben. Zunächst sollten Sie ihre Möglichkeiten innerhalb Ihrer Firma ausschöpfen.
Sowohl eine hierarchische, eine fachliche, eine persönlich oder gehaltliche Weiterentwicklung lässt sich durchaus in Ihrer Firma umsetzen.

Haben Sie für sich ein klares Ziel vor Augen, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen. Versuchen Sie, die Schnittmenge zwischen Ihrem Ziel und dem Ziel der Firma deutlich zu machen.

Schritt 3) So ziehen Sie die Weiterentwicklung wirklich durch

Ihr Ziel ist nun also klar. Sie wissen, in welche Richtung und wie Sie sich weiterentwickeln wollen.
Auf Ihrem Weg wird allerdings sicherlich der ein oder andere Stolperstein liegen. Vielleicht ist es auch Ihr innerer Schweinehund, der Sie dann doch ausbremst.

Damit Ihnen das nicht passiert und Sie Ihr Ziel auch wirklich erreichen, sollten Sie folgende Fehler vermeiden.

  • Vermeiden Sie negative Zielformulierungen
    Statt zu sagen „Ich möchte nicht mehr so schlecht Englisch sprechen.“ Formulieren Sie: „Ich möchte ein geschäftliches Telefonat auf Englisch führen können und mich entspannt dabei fühlen.“
  • Machen Sie Ihr Glück nicht von anderen abhängig
    Unterstützt Sie Ihre Firma nicht bei Ihrem Vorhaben, haben Sie in diesem Artikel Möglichkeiten kennengelernt, Ihre Ziele auch anders zu erreichen.
  • Für mehr Zufriedenheit im Job oder bei einer beruflichen Neuorientierung helfe ich Ihnen gerne. Schicken Sie mir einen Terminvorschlag für ein kostenloses Telefonat an natalie@natalie-berlemann.de. Ich zeigen Ihnen gerne, welche Möglichkeiten Sie haben und wie ich Sie unterstützen kann.
  • Überfordern Sie sich nicht
    Statt sich mit einem Berg an To Do´s zu überfordern, machen Sie den ersten mini, mini kleinen Schritt in Richtung Ihres Ziels. Das könnte sein, einen Termin mit Ihrer Personalabteilung zu finden, Ihr Ziel zu googlen oder sich eine Erinnerung in den Kalender zu setzen, wann Sie sich 10 Minuten zum Googlen Zeit nehmen wollen. Mini, mini Schritte – aber bleiben Sie am Ball.
  • Machen Sie nicht alles allein
    Eine Weiterentwicklung ist immer auch einen emotionaler Aufwand. Finden Sie jemanden, der Ihr Vorhaben unterstützt und Sie bestärkt, wenn es mal holprig wird.

 

Gastbeitrag von Natalie Berlemann

Die internationale Betriebswirtin und ehemalige Managerin Natalie Berlemann, hilft als Jobfrust-Coach, ManagerInnen dabei zufriedener im Job zu sein oder endlich eine berufliche Neuorientierung umzusetzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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